Auch Konsum macht jetzt gegen Globus am Alten Leipziger Bahnhof mobil

von F. Holert

„Es würde Umsatz in Größenordnungen abwandern.“ Bereits die Eröffnung von Rewe an der Bautzner Straße habe für den Konsum Umsatzeinbußen bedeutet, der neue Simmel-Markt im ehemaligen DVB-Hochhaus habe den Filialen an der Alaunstraße und in der Markthalle Sorgen bereitet. Die Märkte hätten sich zwar behaupten können, so Seifert. „Aber einen Globus-Markt würden wir nicht verkraften.“ 50 bis 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten um ihren Arbeitsplatz bangen, betroffen seien auch regionale Lieferanten. „Weniger Filialen heißt auch, dass wir weniger Ware ordern.“ Er stelle sich dem Wettbewerb. „Aber wenn es nicht mehr realistisch ist, müssen wir unsere Stimme erheben“, bekannte Seifert.

Der Vorstandsvorsitzende der 1888 gegründeten Genossenschaft mit 25 000 Mitgliedern unterstützt die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“, die eine Petition zur Aufhebung des Bebauungsplanes für Globus gestartet hat. Jonathan Kirchner ist Vorstand der Verbrauchergemeinschaft Dresden und der gleichen Meinung wie Seifert. „Globus hat mehrere Tausend Bioprodukte im Angebot. Wenn der Markt kommt, geht bei uns mindestens ein Laden unter.“ Rund 10 500 Mitglieder hat die Genossenschaft von Kirchner, sie betreibt sechs Läden mit 150 Mitarbeitern in Dresden und bildet 15 Lehrlinge aus. Auch Sylvia Kührt, die in Pieschen einen Fahrradhandel betreibt, sieht große Gefahren in einem Globus-Markt. „Als Vollsortimenter führt er Fahrräder und Ersatzteile. Wir verlieren Laufkundschaft und Umsatz etwa im Bereich Schläuche und Gummi.“ City-Manager Jürgen Wolf erklärte, es sei Allgemeingut, Zentren wie Pieschen zu schützen. „Märkte in der von Globus geplanten Größenordnung werden nicht mehr gebaut. Wer mit solchen Vorhaben die Innenstadt fahrlässig aufs Spiel setzt, macht die falsche Politik.“ Noch bis zum 25. Oktober wirbt die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ um Unterschriften für ihre Petition.ThomasBaumann-Hartwig

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