Semperopenairball - in Dresden

von F. Holert

Als die Musik für einen Moment verstummte, hörte man es wieder ploppen: Die nächste Flasche Piccolo-Sekt muss dran glauben. Es herrschte feierliche Stimmung an diesem Freitagabend auf dem Theaterplatz, wo tausende Dresdner und Gäste zum Openair-Ball zusammen kamen. Von 18 Uhr an standen hier Neugierige und Stammgäste, feierten Junge und Alte unter freiem Himmel. Für Musik sorgte unter anderen der Deutschpop-Sänger Max Giesinger, der manche Menschen sogar zum Mitsingen brachte. Gesäumt von roten Ballons flanierten die Operngäste währenddessen auf dem roten Teppich an den Theaterplatz-Zuschauern vorbei. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eröffneten den Openair-Ball. Für Kretschmer war es Premiere, sich auch in der Oper unter das Partyvolk zu mischen – stand er doch sonst immer bei seinen Mitmenschen vor dem Wahrzeichen. Hilbert im schwarzen Frack ist dagegen schon ein alter Hase auf dem Parkett – für ihn war es die zwölfte Teilnahme am traditionellen Ball.

„Wir müssen den Stollen wieder abarbeiten“, sagte der Oberbürgermeister im Hinblick auf seine Tanzmotivation und erntete Lacher. Ein Höhepunkt des Openair-Balls war der Eröffnungswalzer, nachdem die Partygäste zahlreiche Luftballons gen Himmel geschickt hatten. Sich im Dreiertakt zu bewegen versuchte auch Max Giesinger auf der Showbühne. Wie es richtig geht, zeigten im Anschluss Sieglinde und Rainer Rödl vom Seeberger Freizeitclub, die seit fünf Jahren mit ihren Hobbytänzer-Freunden zum Openair-Ball anreisen. „Es ist ein Volksfest“, sagte die 62-Jährige mit blinkendem Partyhütchen auf dem Kopf. „Erst kennt man keinen, dann kennt man alle.“ Auch Kerstin und Rainer Schulze sind Stammgäste und schunkelten sich bei knackigen fünf Grad die Füße warm. Das Ehepaar aus dem brandenburgischen Lugau ist bereits zum dritten Mal auf dem Openair-Ball dabei. Zur Eröffnung des richtigen Semperopernballs gab es das Feuerwerk, auf das viele gewartet hatten. Passend zum Motto „Glück“ wachten drei Schornsteinfeger einem Kran hoch über den Partygästen und präsentierten eine Feuershow. Mit dem letzten Knall lichtete sich der Theaterplatz etwas, doch viele Hartgesottene verharrten noch bis zum späten Abend. Sie wurden noch Zeugen, wie der Kreuzchor Beethovens „Ode an die Freude“ aufführte. Und ob wegen der Musik oder des Piccolos, Freude war den Gästen anzusehen.tg/am

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