Blitzerbilanz 2018 – Sünder zahlen zehn Millionen

von F. Holert

Die Landeshauptstadt Dresden hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geschwindigkeitsverstöße geahndet als im Jahr 2017. Die 21 stationären Messanlagen erfassten 105 300 Geschwindigkeitsverstöße, das sind 29 000 mehr als 2017. Die mobilen Messgeräte von Polizei und Ordnungsamt dokumentierten 72 874 Verstöße, während es 2017 noch 58 555 waren. Die drei Rotlicht-Blitzer der Stadt registrierten knapp 3000 Verstöße. Ein Vergleich zu 2017 ist schwierig, weil in diesem Jahr die Rotlicht-Überwachungsanlagen umgerüstet wurden und teilweise nicht in Betrieb waren. Alle Geschwindigkeitsverstöße zusammengerechnet, waren im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich 488 Fahrzeuge auf Dresdens Straßen zu schnell unterwegs. Dabei handelt es sich aber nur um die Kraftfahrer, die erwischt wurden. „Die Bilanz ist erschütternd. Jeder, der zu schnell fährt, ist eine Gefahr für sich und vor allem für andere“, erklärte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). Die meisten Geschwindigkeitsverstöße registrierte ein Gerät, das erst im Februar 2018 in Betrieb gegangen ist. Die Anlage an der Bergstraße löste 24 258 Mal aus, das sind fast 70 Verstöße am Tag. Der schnellste Fahrer war mit 94 Kilometern pro Stunde bergauf unterwegs, das waren 44 zu viel und brachten zwei Monate Fahrverbot. Sehr häufig schnappte auch die Radarfalle auf der Radeburger Straße zu. Viele Kraftfahrer kommen von der Autobahn und haben ihr Tempo noch nicht auf Stadt-Verhältnisse angepasst, 14 325 Verstöße wurden dokumentiert. Der schnellste Fahrer hatte 62 Kilometer pro Stunde zu viel auf dem Tachometer und musste ein Vierteljahr zu Fuß gehen.

Dass es auf der Waldschlößchenbrücke „teure Fotos zu kaufen gibt“, scheint sich etwas herumgesprochen zu haben. Die Anlage in Fahrtrichtung Altstadt löste 12 875 Mal aus, 2017 waren es dagegen 17 457 registrierte Verstöße. Ein Kraftfahrer raste mit Tempo 117 durch die Messstelle. Der Mann war allerdings mit einem gestohlenen Auto unterwegs und konnte nicht ermittelt werden. In Richtung Neustadt ließen sich 4051 Fahrzeugführer mit zu hohem Tempo erwischen. Die Anlage auf der Bergstraße hat mit Buß- und Verwarngeldern in Höhe von 511 760 Euro die Waldschlößchenbrücke als einträglichste Messstation abgelöst, in Richtung Altstadt stellte die Stadt Tickets im Gesamtwert von 405 940 Euro aus. 2017 waren es hier noch mehr als eine halbe Million Euro Einnahmen. Insgesamt haben die stationären Anlagen 2,83 Millionen Euro Buß- und Verwarngelder eingespielt. Das ist ein deutliches Plus gegenüber 2017, als es noch rund 1,9 Millionen Euro waren. Die Verwaltung kündigte an, bis 2020 die Rotphasenüberwachung an Ampeln weiter auszubauen. Schon im Februar werden Fachleute zwei Messgeräte auf der St. Petersburger Straße und der Stauffenbergallee installieren.

Während die Zahl der Verstöße im fließenden Verkehr von 167 000 im Jahr 2017 auf 203 700 gestiegen ist, haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes deutlich weniger Falschparker mit Strafzetteln belegt. 2017 wurden noch 264 000 „Knöllchen“ verteilt, 2018 waren es dagegen 212 700. Grund für den Rückgang ist nach Angaben der Verwaltung ein personeller Engpass. Knapp ein Drittel der Stellen in der Verkehrsüberwachung sei unbesetzt gewesen. Die Zahl der allgemeinen Ordnungswidrigkeiten ist im vergangenen Jahr auf 9762 gestiegen, 2017 waren es noch 8012. Besonders drastisch war der Anstieg bei den Anzeigen zu illegalen Müllablagerungen, die von 961 auf 1439 gestiegen sind. „Diese Entwicklung ist traurig. Hier sollten die Dresdnerinnen und Dresdner Verantwortung für ihre Stadt übernehmen“, erklärte Sittel. Insgesamt hat die Bußgeldbehörde im vergangenen Jahr 426 061 Anzeigen zu begangenen Ordnungswidrigkeiten bearbeitet. 2017 waren es 438 190 Anzeigen. Bußgelder und Verwarnungen in Höhe von zehn Millionen Euro waren im vergangenen Jahr die Folge, das sind 600 000 Euro mehr als 2017.Thomas-Baumann-Hartwig bearb.F.Holert

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