Dresdens „Lilienstein“ wird zum Student Hotel

von F. Holert

In das „Lilienstein“ – eines von drei fast baugleichen, zwischen 1967 und 1970 errichteten Hotels an der Prager Straße – zieht bald wieder Leben ein. Denn das niederländische Unternehmen „The Student Hotel“ will aus dem einstigen Ibis-Hochhaus ein Studentenhotel machen. Wie einer Veröffentlichung der Immobilienzeitung zu entnehmen ist, soll die Sanierung des 12.800 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Plattenbaus Anfang dieses Jahres beginnen. Die offizielle Eröffnung findet im September 2018 statt, wie das in Amsterdam ansässige Unternehmen The Student Hotel selbst mitteilte. Das „Lilienstein“ ist – wie die beiden noch als ibis-Hotels geführten Nachbarhochhäuser – nach Felsen im Elbsandsteingebirge benannt. Das 300-Betten-Haus wurde 1969 eröffnet, bis 1990 von der DDR-Hotelkette „Interhotel“, danach zunächst von der Interhotel AG geführt und schließlich als ibis-Hotel betrieben. Der Eigentümer wechselte mehrfach. 2016 kaufte „FDM Management, ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter des französischen Reits Fonciére des Régions und verschiedener französischer Versicherungen“ (Immobilienzeitung) u.a. neun deutsche Hotels – darunter das „Lilienstein“ in Dresden. Es blieb allerdings in Verantwortung der Event Hotels, die in Deutschland, Italien und den Niederlanden nach eigenen Angaben mehr als 80 Häuser unter dem Namen renommierter internationaler Hotelmarken betreiben.

Anfang 2017 jedoch kam für das Dresdner Hotel „Lilienstein“ das Aus. Die unmittelbar neben der Centrum Galerie gelegene Herberge wurde geschlossen. Denn es war immer schwerer geworden, die Betten in allen drei Häusern zu belegen, weil seit der Wende in Dresden jedes Jahr neue Hotels gebaut werden. Nun haben die Niederländer das „Lilienstein“ übernommen und wollen es als Herberge wieder an den Markt bringen. Allerdings anders als bisher. Ihren Fokus richten die Niederländer auf Studenten, kreative Köpfe und junge Gründer, wollen ihnen mit qualitativ hochwertigen, gemischt nutzbaren Unterkünften ein anregendes Umfeld schaffen, dass inspiriere und leicht Möglichkeiten schaffe, Kontakte zu knüpfen und miteinander zu arbeiten. Wie genau das aussehen soll, wollen die Niederländer Anfang Februar in Dresden erklären. Vorab ist ihrer Internetseite schon mal zu entnehmen, dass sie im „Lilienstein“ die bestehende Industriearchitektur aus den 1970er Jahren mit ihrem „eklektischen Einrichtungsstil“ kombinieren wollen. Es sollen die für The Student Hotel „charakteristischen Gemeinschaftsräume“ geschaffen werden sowie „einige zusätzliche Boni: Lern- und Spielbereiche, Besprechungsräume, Co-Working-Bereiche, Café / Bar, Schnellimbiss, Lounge, Kino, Herstellerlabor, voll ausgestatteter Fitnessraum und Dachterrasse mit atemberaubende Aussicht auf Dresdens majestätische historische Architektur“. Zudem würden „die Zimmer das gleiche Retro-Chic-Upgrade bekommen“, aber auch mit modernen Annehmlichkeiten und Möbeln ausgestattet. Das Lilienstein ist das „allererste deutsche Co-Living und Co-Working Hotel“ von The Student Hotel. Allerdings hat das 2006 von Charlie MacGregor gegründete Unternehmen auch schon Berlin im Blick. Die Gruppe plant bis 2021 nach eigenen Angaben 41 Objekte in europäischen Städten.Catrin Steinbach

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