10. Dresdner Dampfloktreffen ohne Prominenz in Stahl

von F. Holert

Perfektes Reisewetter für die Lokführer und beste Temperaturen für alle interessierten Besucher: Vorstand des „IG BW Dresden Altstadt e.v.“, Eckhard Strube, und Lokleitung Jörg Baumgärtel können das Dampfloktreffen am Wochenende schon jetzt als vollen Erfolg verbuchen. Auch wenn die Besucherzahlen noch nicht final feststehen, gehen die Veranstalter davon aus, dass insgesamt rund 10.000 Besucher den Weg zum Dresdner Eisenbahnmuseum finden werden. Ein kleiner Wermutstropfen an diesem sonnenbestrahlten Jubiläum ist jedoch das Fehlen zweier prominenter Loks, die aufgrund von Reparaturen nicht in die Elbstadt fahren konnten „Dampflokmotiven sind alte Verschleißteile und die Reparaturen bei diesen Maschinen brauchen länger als geplant“, erklärt Klaus Habermann, Vertreter der Firma Dampf Plus aus München, „ Sowohl wir mit unserer schnellen grünen Dampflok „DR 18 201“ als auch die Hallenser mit ihrer Schwarzen „013 10“ bedauern es, dass wir bei dem Dampfloktreffen nicht mit unseren Loks dabei sein können. Wir haben uns jedoch mit dem Verständnis der Dresdner darauf konzentriert die nächsten größeren Einsätze abzusichern.“ Der Firma „Dampf Plus“ gehört mit der „DR 18 201“ eine der schnellsten betriebsfähigen Dampflokomotiven der Welt. Die Lokomotive entstand von 1960 bis 1961 im Reichsbahnausbesserungswerk in Meiningen. „Für die Veranstaltung natürlich ein Aushängeschild“, erklärt Habermann gegenüber den DNN.

Neben den zwei fehlenden Publikumslieblingen musste auch das Sonderzugprogramm überarbeitet werden. Die Änderungen waren einerseits auf den Ausfall der Lokomotiven zurückzuführen, als auch auf die Streckensperrung in Richtung Tschechien. Die Freude der Besucher konnte dies an dem sonnigen Wochenende nicht trüben. Tausende tummelten sich auf dem Gelände des Dresdner Eisenbahnmuseums, flanierten entlang der Essensmeile oder versuchten am Depot im Eisenbahnmuseum den besten Schnappschuss zu erhaschen. Fotomagnet war die Lok 35 1097-1 bei ihrer Ankunft in der Wagenhalle auf Gleis 4. Die Dampflok wurde im Jahr 1959 in Babelsberg gebaut und ist eine von drei Loks des Vereins „IG Traditionslok 58 3047“ aus Glauchau. Für die Fahrt von Glauchau nach Dresden haben Lokführer Stefan Meyer und Heizer Lars Henschke rund eineinhalb Stunden gebraucht. Die Dampflok kann bis zu 110 km/h schnell fahren und wird mit schlesischer Steinkohle geheizt. Nach der Fahrt kontrolliert Lokführer Meyer die Öl-Nadel. Sollte zu wenig Öl vorhanden sein würde die Nadel festgehen und das Stangenlanger, welches für den Antrieb notwendig ist, würde kaputt gehen. Lokleitung Baumgarten und Vorstand Stube freuten sich zum zehnjährigen Jubiläum besonders über die blaue Gastlokomotive aus der Tschechien Republik mit dem Spitznamen „Papagei“. Diese war zuletzt im Jahr 1989 in Dresden zu sehen gewesen. Zudem war an diesem Wochenende zum allerersten Mal ein tschechischer Triebwagen mit der Nummer „N 260“ beim Dampfloktreffen zu sehen. Der Prototyp aus den 30er Jahren war damals aufgrund des Krieges nicht in Serie gegangen. Insgesamt waren acht Lokomotiven im Depot des Eisenbahnmuseums zu bewundern.VonMaraikeMirau

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