Lieder sind diesmal Inspiration für Blumenschau im Palais des Großen Gartens

von F. Holert

Weil sie immer sehr aufwändig gestaltet ist und wirklich viel Arbeit macht, findet die Dresdner Frühlingsblumenausstellung im Palais im Großen Garten nur alle zwei Jahre statt. Am 2. März 2018 ist es wieder so weit, dann startet die 7. Schau. Die Vorbereitungen dafür sind längst in vollem Gange. Am 1. November beginnt der Kartenvorverkauf, damit Tickets zum Beispiel auch zu Weihnachten verschenkt werden können. Denn die Ausstellung ist beliebt, jedes Mal bildet sich eine riesige Schlange an der Kasse. 2016 kamen 39 000 Besucher, um in der farbenprächtigen und duftenden Schau schon mal Frühling zu tanken. Zwei Jahre zuvor waren es 34 000. Auf Rekordjagd ist der Veranstalter, die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mbH, nicht. Denn die Räumlichkeiten im Palais, das der Schlösserbetrieb zur Verfügung stellt, sind begrenzt. Der Eintrittspreis für die nicht ermäßigte Tageskarte ist gestiegen – von 8,50 Euro im Jahr 2016 auf nunmehr 10 Euro. „Blüten, Lieder, Frühlingsglück“ ist der Titel des nächsten Dresdner Frühlings im Palais. Für das gestalterische Konzept zeichnet Grafikdesignerin Bea Berthold verantwortlich. Sie hat für die zwölf verschiedenen Räume im Palais zwölf mehr oder auch weniger bekannte Frühlingslieder als Inspirationsquelle auserwählt, um möglichst viele verschiedene Frühlingspflanzen auf ganz besondere Art und Weise zu präsentieren. Bea Berthold zur Seite steht Wolfgang Friebel, der ehemalige Gartenmeister von Pillnitz. Er hat eine große Aktie daran, dass die Blumenschauen in Dresden nach der politischen Wende 1989 wiederbelebt wurden und sorgt für die Auswahl und die Beschaffung von 35 000 Zwiebelblühern, Stauden und Gehölzen – passend zum Konzept der Frühlingsblumenschau. Natürlich war er da bei den rund 30 beteiligten sächsischen Gartenbaubetrieben immer auch auf der Suche nach dem Besonderen. Die Blumen und Pflanzen vorzuziehen und auf den Punkt zum Blühen zu bringen, ist eine Meisterleistung und immer auch eine Zitterpartie bis zum Schluss. Mit von der Partie sind bei der Ausstellung ebenso viele sehr kreative Floristen vom Dresdner Institut für Floristik und Johanne de Carnée von der Blumen.Werk.Schule.

„Der erste Raum nach der Kasse ist der Glöckchenraum mit vielen verschiedenen Frühlingsblühern, die Blüten in Glöckchenform hervorbringen“, erzählt Grafikdesignerin Bea Berthold. Denn hier spiele das Lied „Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute; klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite“, das in verschiedenen Interpretationen auch zu hören ist, die Hauptrolle. Der Rundgang führe dann an unzähligen Veilchen vorbei („Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün, und lass mir an dem Bache die kleinen Veilchen blühn!“) durch ein Birkenwäldchen zu scheinbar unzähligen Blumensträußen. 180 Stück – wirklich gebundene, aber auch symbolisch an die Wände projizierte – sollen darauf hinweisen, dass es schon seit 180 Jahren im Palais floristische Schauen gibt. Im Saal will Bea Berthold einen Schwarm von 150 Vögeln fliegen lassen. Auch die Vogelhochzeit wird nicht fehlen.

Apropos Hochzeit. „Erst- und einmalig wird es im Rahmen der Blumenschau eine wirkliche Hochzeit geben“, so Tobias Muschalek, Geschäftsführer der Fördergesellschaft. Am 1. März, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, hat das Brautpaar das Palais und die Ausstellung für sich und seine Gäste allein, wird dort getraut und bekommt das Drum und Dran – vom Sektempfang über den Brautstrauß bis hin zur Hochzeitsnacht im Nobelhotel – gesponsert. Fünf Paare haben sich beworben und stellen sich auf der Internetseite der Blumenschau (dresdner-fruehling-im-palais.de) per Video vor. Bis zum 31. Oktober kann online noch abgestimmt werden. Welches Paar die meisten Stimmen für sich verbuchen kann, gewinnt.

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