Sturmbilanz für Dresden - Wälder gesperrt, Verkehr normalisiert sich

von F. Holert

Das erste große Sturmtief des Jahres ist durch Dresden gezogen. 122 km/h in der Spitze maß die Wetterstation in Dresden-Klotzsche am Donnerstagnachmittag um 16 Uhr. Laut Unterer Forstbehörde führte „Friederike“ in der Dresdner Heide, der Jungen Heide und anderen Kleinwaldflächen im Stadtgebiet zu erheblichen Windwürfen und -brüchen, wie es heißt. Viele Waldwege sind unpassierbar oder gefährdet. Sämtliche Waldflächen und nicht öffentlichen Straßen sind deshalb gesperrt. Zuwiderhandlung gegen diese Allgemeinverfügung kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 2.500 Euro, in schweren Fällen auch bis 10.000 Euro geahndet werden. Die Stadtverwaltung Dresden verzeichnete flächendeckend Schäden an Stromleitungen. Die vier Mitarbeiter der Abteilung Öffentliche Beleuchtung des Regiebetriebs seien die ganze Nacht unterwegs gewesen. An der 43. Oberschule fiel ein Baum auf die Turnhalle, auch am Standesamt an der Goethealle fiel ein Baum. Im Rosengarten fällte Friederike sieben Bäume, darunter eine seltene Grautanne und eine seltene Esche. Ebenfalls von Schäden betroffen sind mehrer Bäume am Bahndamm Schullwitz, im Hainpark und im Löbtauer Seniorenpark. Ebenfalls getroffen hat es das Dresdner Rathaus. Das Dach auf dem unsanierten Teil des Rathauses hat Schaden durch den Sturm genommen. Deshalb seien derzeit auch Teile des Innenhofes gesperrt, sowie Abschnitte vor dem Rathaus. Wie hoch die Reparaturkosten sind, müsse noch abschließend geklärt werden. 12 Grundschulen, eine Förderschule, sechs Gymnasien, drei Oberschulen und drei Berufliche Schulzentren im Dresdner Stadtgebiet trugen ebenfalls Schäden davon. Überwiegend handelt es sich laut Stadt um Astabbrüche und losgelöste Dachziegel oder Schindeln. Am Gymnasium Dresden-Plauen wurden das Dach und Schornsteinköpfe beschädigt, außerdem trug die Zaunanlage Schäden davon. Fenster wurden durch den Sturm aufgedrückt und beschädigt. An allen betroffenen Schulen findet der Schul-, Sport- bzw. Hortbetrieb regulär statt. An der Kindertagesstätte Am Lehmberg wurden 2 Glaskuppeln auf dem Dach beschädigt, eine davon weggerissen. Außerdem ging die Glaseingangstür zu Bruch, wie auch an der Kita an der Merseburger Straße. Ein Baum vom Nachbargrundstück stürzte auf das Grundstück einer Kita an der Wintergartenstraße und zerstörte den Zaun und eine Mülleinhausung. Wie Stadtsprecher Karl Schuricht weiter mitteilt, sind auf den städtischen Friedhöfen über 40 Baumkronen und Starkäste vom Sturm beschädigt, sechs Bäume wurden entwurzelt. Einige Bereiche wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Schäden an Gräbern und Grabanlagen gab es hingegen keine. Trauerfeiern finden wie geplant statt. Laut Pressesprecherin Gerlind Ostmann habe sich "Friederike" für Drewagkunden in Dresden relativ gering ausgewirkt. "Insgesamt gab es in 220 Haushalten im Außenbereich der Stadt Stromausfall", so Ostmann. Am Roten Grabenweg bei Schönborn sowie am Erikaweg und der Hermann-Löns-Straße am Marienbad Weißig sorgte ein umgestürzter Baum für Behinderungen. An der Steinbacher Grundstraße sei eine Scheune beschädigt worden, erklärt die Pressesprecherin. Weiter waren Haushalte in der Bergsiedlung in Hellerau, der Albrechtshöhe in Cossebaude und in Marsdorf von Stromausfall betroffen. Umgeknickte Masten gab es jedoch keine. "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in 130 Haushalten immer noch Störungen - wir rechnen aber damit, dass sich die Zahl zwischen 13 und 14 Uhr halbiert. Bis zum späten Mittag sollen alle Kunden wieder versorgt sein", erklärt Ostmann.

Das Schlösserland Sachsen, zuständig unter anderem für den Großen Garten, verzeichnete umgestürzte Bäume, aber keine größeren Sach- und Personenschäden. Im Großen Garten Dresden stürzten zehn Bäume um. Die betroffenen Bereiche werden noch am Freitag abgesperrt und beräumt. Die Beräumung zweier umgestürzter Bäume an der Albrechtsburg Meißen hingegen wird erst in den kommenden Tagen möglich sein. Der öffentliche Personennah- und Fernverkehr, der am Donnerstagabend in Teilen zum Erliegen gekommen war, normalisierte sich am Freitag nach und nach. Die Schwebebahn, die Standseilbahn und die Fähre Niederpoyritz der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) gingen bereits am Freitagmorgen wieder in Betrieb. Ebenso die Straßenbahnlinie 11, die durch einen umgestürzten Baum gestoppt worden war. Bis in den Nachmittag hinein hat hingegen die Deutsche Bahn damit zu tun, den Zugverkehr von und nach Dresden zu normalisieren. Auf der Strecke der S1 ist zwischen Pirna und Bad Schandau musste Busnotverkehr eingerichtet werden. Auch die S2 und S3 sind noch von Zugausfällen und Verspätungen betroffen. Die Länderbahn trilex konnte trotz einer Reihe von Schäden an der Infrastruktur die Fahrten auf der Strecke Dresden-Görlitz am Freitag pünktlich wieder aufnehmen. Am Flughafen Dresden läuft der Flugverkehr. Am Donnerstagabend waren zahlreiche Flüge aufgrund des Sturms gestrichen worden. Betroffen waren Maschinen von und nach München, Düsseldorf, Stuttgart und Zürich.Franziska Schmieder, Katharina Jakob und Lisa-Marie Leuteritz.

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