„Welt-Kopftuch-Tag“: Nicht alle fühlen sich frei im Hidschab

von F. Holert

Diahala Doucouré (30) war 18 Jahre alt, als sie das islamische Kopftuch ablegte. „Ich wusste einfach nicht mehr, warum ich mich damals im Alter von 13 Jahren überhaupt dafür entschieden hatte“, sagt die Marketing-Mitarbeiterin eines Berliner Start-Ups. Um ihre Umgebung nicht vor den Kopf zu stoßen, experimentierte sie in den ersten Monaten mit verschiedenen Varianten der Haar-Verhüllung. Anstatt das Tuch mit Sicherheitsnadeln eng am Kopf zu fixieren, band sie es jetzt hinten im Nacken zusammen. Dann trug sie es als Turban. Schließlich verzichtete die junge Muslimin, die als Kind aus Mali in einen Vorort von Paris gekommen war, ganz darauf. Ihre Mutter und die fünf Schwestern konnten das nicht verstehen.

Vor der Schule wird das Kopftuch abgelegt

Doucouré ist Bildungsaufsteigerin. Sie ist die erste in ihrer Familie, die studierte. Über sich selbst sagt sie: „Ich bin immer noch religiös.“ Das Kopftuch habe sie eines Tages als „Barriere“ empfunden - als etwas, das zwischen ihr und anderen Gleichaltrigen stand. Dass es in Deutschland Mädchen gibt, die mit Kopftuch staatliche Schulen besuchen, wusste sie nicht, bevor sie 2014 nach Berlin zog. In dem Pariser Vorort, in dem sie wohnte, musste sie das Kopftuch jeden Tag am Schultor ausziehen und in die Tasche stecken. So wie viele Mädchen mit arabischen und afrikanischen Wurzeln, die in dem Arme-Leute-Viertel gemeinsam mit ihr die Schulbank drückten.

Zum „Welt-Kopftuch-Tag“ ist jetzt ein globaler Streit darüber entbrannt, ob die islamische Kopfbedeckung die Freiheit von Mädchen und Frauen einschränkt oder nicht. Auslöser ist der Twitter-Hashtag „#FreeInHijab“, den die Initiatorin Nazma Khan, eine aus Bangladesch stammende US-Muslimin, in diesem Jahr für den Aktionstag gewählt hat. Der „Hidschab“ ist ein Kopftuch, das Haare und Hals bedeckt. Und wie immer, wenn es um die religiös begründete Verhüllung der Frau geht, fehlt es nicht an schrillen Tönen. Nicht-Muslime wie die schottische Parlamentarierin Linda Fabiani unterstützen den „Welt-Kopftuch-Tag“ und beklagen fehlende Toleranz gegenüber Frauen, die sich für den „Hidschab“ entscheiden. Einige Feministinnen warnen dagegen vor falscher Toleranz gegenüber Familien und Staaten, die Mädchen unter den Schleier zwingen.

Scharfe Kritik am „Welt-Kopftuch-Tag“

Der umstrittene Slogan „Frei im Hidschab“ hat nicht-muslimische Kopftuch-Gegnerinnen ebenso auf den Plan gerufen wie Musliminnen, die von der Regierung ihres Landes oder von Verwandten gezwungen werden, ihr Haar zu verhüllen. Beide Gruppen warnen vor einer Verharmlosung des Kopftuch-Zwangs und twittern darüber seit Tagen mit Stichworten wie „NoHijabDay“. Necla Kelek, Vorstandsmitglied der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, erklärt: „Der World Hijab Day ist eine Bewegung aus den USA, von der ich nicht hoffe, dass sie hierzulande viele Anhängerinnen finden wird. Denn wir sehen ohnehin, dass die Zahl der Mädchen und jungen Frauen, die ihr Haar bedecken, in Deutschland von Jahr zu Jahr steigt. Inzwischen sehen wir auch schon Zehnjährige, die ein Kopftuch tragen.“ Kelek will das Kopftuch zurückdrängen. Auch sie ist eine Aktivistin und wird dafür genauso öffentlich angefeindet wie Musliminnen, die für das Recht der Frau auf Verhüllung streiten. Sie sagt: „Es ist leicht, sich frei zu fühlen, wenn die Verhüllung Teil der politischen Arbeit ist, so wie wir es bei etlichen muslimischen Aktivistinnen sehen.“ Das gelte aber nicht für Frauen, die von ihren Familien früh in die Rolle der Frau, deren Platz zuhause ist, gedrängt würden. „Sie tragen schon als Teenager Kopftuch und sollen sehr jung heiraten.“

„Ich will keine Kopftuch-Türkin spielen“

Nazma Khan hatte den „World-Hijab-Day“ 2013 ins Leben gerufen. Die Initiatorin hat inzwischen Mitstreiterinnen in vielen Ländern, unter anderem Großbritannien. Sie laden am 1. Februar jedes Jahres muslimische und nicht-muslimische Frauen ein, für einen Tag den „Hidschab“ zu tragen. Ihr Ziel ist dabei auch, zu zeigen, dass Frauen mit dieser Kopfbedeckung im Alltag oft Diskriminierung erleben. Sema Wittgenstein sorgt sich eher um Mädchen ohne Kopftuch, die an Schulen mit hohem Migrantenanteil unter Druck geraten könnten. Die deutsch-türkische Schauspielerin sagt: „Slogans wie „Frei im Hidschab“ machen mich hilflos und wütend.“, Sema Wittgenstein ist als „Tante Hatice“ in der ARD-Serie „Lindenstraße“ aufgetreten. Sie hat im „Tatort“ und in anderen Krimi-Reihen mitgespielt. Die 58-Jährige, die vor ihrer Ehe mit Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg Sema Meray hieß, sagt: „Ich will keine Kopftuch-Türkin spielen, deshalb habe ich schon einige Angebote deutscher Regisseure abgelehnt.“ Die Islamwissenschaftlerin Nimet Seker zählt „Geschlechterbezogene Diskurse im Islam“ zu ihren Forschungsschwerpunkten. Den „World-Hijab-Day“ kennt sie nicht. Die Rheinländerin, die selbst Kopftuch trägt, findet ohnehin, „dass das Kopftuch als Fetisch für ernst gemeinte gesellschaftliche Diskussionen nicht tauglich ist“.Von RND/dpa/lf

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